Anwendung des Antagonisten Cladosporium cladosporioides H39 zur biologischen Bekämpfung von Apfelschorf

J. Köhl, C. Scheer, I.J. Holb, S. Masny, W.M.L. Molhoek

Research output: Chapter in Book/Report/Conference proceedingAbstract

Abstract

Der durch Venturia inaequalis verursachte Apfelschorf führt zu hohen Ertragsausfällen im Apfelanbau. Die Krankheit wird in der Regel durch intensive Fungizidapplikationen bekämpft. Für ein Selektionsprogramm von Antagonisten wurden Apfelblätter mit Schorfsymptomen aus Obstanlagen gesammelt und pilzliche Isolate aus sporulierenden Kolonien des Erregers gewonnen (Köhl et al., 2009). Das Isolat Cladosporium cladosporioides H39 zeigte in Versuchen auf Apfelsämlingen ein hohes Potenzial die Sporulation des Erregers zu reduzieren sowie weitere günstige Eigenschaften für die Entwicklung eines biologischen Bekämpfungsmittels (Köhl et al., 2011). Insgesamt wurden mit dem Antagonisten Cladosporium cladosporioides H39 in 2012 und 2013 acht Feldversuche in Obstanlagen in Eperjeske (Ungarn), Dabrowice (Polen) und Bavendorf (Deutschland) durchgeführt. Behandlungen erfolgten während der Primärsaison oder der Sommersaison. In zusätzlichen Versuchen in Randwijk (Niederlande) wurde der Effekt unterschiedlicher Positionierung der Behandlung vor oder nach Infektionsmomenten gemessen. Die Gesamtergebnisse der Versuchsreihe zeigen, dass der Apfelschorfbefall auf Blättern und auf Früchten durch wiederholte Applikationen des Antagonisten reduziert werden kann. Diese Ergebnisse wurden sowohl in Versuchen in Obstanlagen mit integrierten als auch mit biologischen Anbauverfahren erzielt. Die Bekämpfungserfolge lagen teilweise in Bereichen, die mit chemischen Verfahren erzielt wurden. Die Verminderung des Blattbefalls lag zwischen 42 und 98%, die des Fruchtbefalls zwischen 41 und 94 %. Der Antagonist war auch wirksam, wenn er einen oder sogar mehrere Tage nach einem Infektionsmoment appliziert wurde. Cladosporium cladosporioides H39 kann nun in komplexeren Spritzfolgen getestet werden, die auf die Bekämpfung des Gesamtkomplexes von Krankheitserregern und Schädlingen im Apfelanbau abzielen.
Original languageGerman
Title of host publication59. Deutsche Pflanzenschutztagung "Forschen – Wissen – Pflanzen schützen: Ernährung sichern!" 23. bis 26. September 2014, Freiburg
PublisherJulius Kühn-Institut
Pages328
Volume447
Publication statusPublished - 2014
Event59. Deutsche Pflanzenschutztagung "Forschen – Wissen – Pflanzen schützen: Ernährung sichern!" 23. bis 26. September 2014, Freiburg -
Duration: 23 Sep 201426 Sep 2014

Conference

Conference59. Deutsche Pflanzenschutztagung "Forschen – Wissen – Pflanzen schützen: Ernährung sichern!" 23. bis 26. September 2014, Freiburg
Period23/09/1426/09/14

Cite this

Köhl, J., Scheer, C., Holb, I. J., Masny, S., & Molhoek, W. M. L. (2014). Anwendung des Antagonisten Cladosporium cladosporioides H39 zur biologischen Bekämpfung von Apfelschorf. In 59. Deutsche Pflanzenschutztagung "Forschen – Wissen – Pflanzen schützen: Ernährung sichern!" 23. bis 26. September 2014, Freiburg (Vol. 447, pp. 328). Julius Kühn-Institut.
Köhl, J. ; Scheer, C. ; Holb, I.J. ; Masny, S. ; Molhoek, W.M.L. / Anwendung des Antagonisten Cladosporium cladosporioides H39 zur biologischen Bekämpfung von Apfelschorf. 59. Deutsche Pflanzenschutztagung "Forschen – Wissen – Pflanzen schützen: Ernährung sichern!" 23. bis 26. September 2014, Freiburg. Vol. 447 Julius Kühn-Institut, 2014. pp. 328
@inbook{1e0aaa189b0d4d3b9cbeba5055be4028,
title = "Anwendung des Antagonisten Cladosporium cladosporioides H39 zur biologischen Bek{\"a}mpfung von Apfelschorf",
abstract = "Der durch Venturia inaequalis verursachte Apfelschorf f{\"u}hrt zu hohen Ertragsausf{\"a}llen im Apfelanbau. Die Krankheit wird in der Regel durch intensive Fungizidapplikationen bek{\"a}mpft. F{\"u}r ein Selektionsprogramm von Antagonisten wurden Apfelbl{\"a}tter mit Schorfsymptomen aus Obstanlagen gesammelt und pilzliche Isolate aus sporulierenden Kolonien des Erregers gewonnen (K{\"o}hl et al., 2009). Das Isolat Cladosporium cladosporioides H39 zeigte in Versuchen auf Apfels{\"a}mlingen ein hohes Potenzial die Sporulation des Erregers zu reduzieren sowie weitere g{\"u}nstige Eigenschaften f{\"u}r die Entwicklung eines biologischen Bek{\"a}mpfungsmittels (K{\"o}hl et al., 2011). Insgesamt wurden mit dem Antagonisten Cladosporium cladosporioides H39 in 2012 und 2013 acht Feldversuche in Obstanlagen in Eperjeske (Ungarn), Dabrowice (Polen) und Bavendorf (Deutschland) durchgef{\"u}hrt. Behandlungen erfolgten w{\"a}hrend der Prim{\"a}rsaison oder der Sommersaison. In zus{\"a}tzlichen Versuchen in Randwijk (Niederlande) wurde der Effekt unterschiedlicher Positionierung der Behandlung vor oder nach Infektionsmomenten gemessen. Die Gesamtergebnisse der Versuchsreihe zeigen, dass der Apfelschorfbefall auf Bl{\"a}ttern und auf Fr{\"u}chten durch wiederholte Applikationen des Antagonisten reduziert werden kann. Diese Ergebnisse wurden sowohl in Versuchen in Obstanlagen mit integrierten als auch mit biologischen Anbauverfahren erzielt. Die Bek{\"a}mpfungserfolge lagen teilweise in Bereichen, die mit chemischen Verfahren erzielt wurden. Die Verminderung des Blattbefalls lag zwischen 42 und 98{\%}, die des Fruchtbefalls zwischen 41 und 94 {\%}. Der Antagonist war auch wirksam, wenn er einen oder sogar mehrere Tage nach einem Infektionsmoment appliziert wurde. Cladosporium cladosporioides H39 kann nun in komplexeren Spritzfolgen getestet werden, die auf die Bek{\"a}mpfung des Gesamtkomplexes von Krankheitserregern und Sch{\"a}dlingen im Apfelanbau abzielen.",
author = "J. K{\"o}hl and C. Scheer and I.J. Holb and S. Masny and W.M.L. Molhoek",
year = "2014",
language = "German",
volume = "447",
pages = "328",
booktitle = "59. Deutsche Pflanzenschutztagung {"}Forschen – Wissen – Pflanzen sch{\"u}tzen: Ern{\"a}hrung sichern!{"} 23. bis 26. September 2014, Freiburg",
publisher = "Julius K{\"u}hn-Institut",

}

Köhl, J, Scheer, C, Holb, IJ, Masny, S & Molhoek, WML 2014, Anwendung des Antagonisten Cladosporium cladosporioides H39 zur biologischen Bekämpfung von Apfelschorf. in 59. Deutsche Pflanzenschutztagung "Forschen – Wissen – Pflanzen schützen: Ernährung sichern!" 23. bis 26. September 2014, Freiburg. vol. 447, Julius Kühn-Institut, pp. 328, 59. Deutsche Pflanzenschutztagung "Forschen – Wissen – Pflanzen schützen: Ernährung sichern!" 23. bis 26. September 2014, Freiburg, 23/09/14.

Anwendung des Antagonisten Cladosporium cladosporioides H39 zur biologischen Bekämpfung von Apfelschorf. / Köhl, J.; Scheer, C.; Holb, I.J.; Masny, S.; Molhoek, W.M.L.

59. Deutsche Pflanzenschutztagung "Forschen – Wissen – Pflanzen schützen: Ernährung sichern!" 23. bis 26. September 2014, Freiburg. Vol. 447 Julius Kühn-Institut, 2014. p. 328.

Research output: Chapter in Book/Report/Conference proceedingAbstract

TY - CHAP

T1 - Anwendung des Antagonisten Cladosporium cladosporioides H39 zur biologischen Bekämpfung von Apfelschorf

AU - Köhl, J.

AU - Scheer, C.

AU - Holb, I.J.

AU - Masny, S.

AU - Molhoek, W.M.L.

PY - 2014

Y1 - 2014

N2 - Der durch Venturia inaequalis verursachte Apfelschorf führt zu hohen Ertragsausfällen im Apfelanbau. Die Krankheit wird in der Regel durch intensive Fungizidapplikationen bekämpft. Für ein Selektionsprogramm von Antagonisten wurden Apfelblätter mit Schorfsymptomen aus Obstanlagen gesammelt und pilzliche Isolate aus sporulierenden Kolonien des Erregers gewonnen (Köhl et al., 2009). Das Isolat Cladosporium cladosporioides H39 zeigte in Versuchen auf Apfelsämlingen ein hohes Potenzial die Sporulation des Erregers zu reduzieren sowie weitere günstige Eigenschaften für die Entwicklung eines biologischen Bekämpfungsmittels (Köhl et al., 2011). Insgesamt wurden mit dem Antagonisten Cladosporium cladosporioides H39 in 2012 und 2013 acht Feldversuche in Obstanlagen in Eperjeske (Ungarn), Dabrowice (Polen) und Bavendorf (Deutschland) durchgeführt. Behandlungen erfolgten während der Primärsaison oder der Sommersaison. In zusätzlichen Versuchen in Randwijk (Niederlande) wurde der Effekt unterschiedlicher Positionierung der Behandlung vor oder nach Infektionsmomenten gemessen. Die Gesamtergebnisse der Versuchsreihe zeigen, dass der Apfelschorfbefall auf Blättern und auf Früchten durch wiederholte Applikationen des Antagonisten reduziert werden kann. Diese Ergebnisse wurden sowohl in Versuchen in Obstanlagen mit integrierten als auch mit biologischen Anbauverfahren erzielt. Die Bekämpfungserfolge lagen teilweise in Bereichen, die mit chemischen Verfahren erzielt wurden. Die Verminderung des Blattbefalls lag zwischen 42 und 98%, die des Fruchtbefalls zwischen 41 und 94 %. Der Antagonist war auch wirksam, wenn er einen oder sogar mehrere Tage nach einem Infektionsmoment appliziert wurde. Cladosporium cladosporioides H39 kann nun in komplexeren Spritzfolgen getestet werden, die auf die Bekämpfung des Gesamtkomplexes von Krankheitserregern und Schädlingen im Apfelanbau abzielen.

AB - Der durch Venturia inaequalis verursachte Apfelschorf führt zu hohen Ertragsausfällen im Apfelanbau. Die Krankheit wird in der Regel durch intensive Fungizidapplikationen bekämpft. Für ein Selektionsprogramm von Antagonisten wurden Apfelblätter mit Schorfsymptomen aus Obstanlagen gesammelt und pilzliche Isolate aus sporulierenden Kolonien des Erregers gewonnen (Köhl et al., 2009). Das Isolat Cladosporium cladosporioides H39 zeigte in Versuchen auf Apfelsämlingen ein hohes Potenzial die Sporulation des Erregers zu reduzieren sowie weitere günstige Eigenschaften für die Entwicklung eines biologischen Bekämpfungsmittels (Köhl et al., 2011). Insgesamt wurden mit dem Antagonisten Cladosporium cladosporioides H39 in 2012 und 2013 acht Feldversuche in Obstanlagen in Eperjeske (Ungarn), Dabrowice (Polen) und Bavendorf (Deutschland) durchgeführt. Behandlungen erfolgten während der Primärsaison oder der Sommersaison. In zusätzlichen Versuchen in Randwijk (Niederlande) wurde der Effekt unterschiedlicher Positionierung der Behandlung vor oder nach Infektionsmomenten gemessen. Die Gesamtergebnisse der Versuchsreihe zeigen, dass der Apfelschorfbefall auf Blättern und auf Früchten durch wiederholte Applikationen des Antagonisten reduziert werden kann. Diese Ergebnisse wurden sowohl in Versuchen in Obstanlagen mit integrierten als auch mit biologischen Anbauverfahren erzielt. Die Bekämpfungserfolge lagen teilweise in Bereichen, die mit chemischen Verfahren erzielt wurden. Die Verminderung des Blattbefalls lag zwischen 42 und 98%, die des Fruchtbefalls zwischen 41 und 94 %. Der Antagonist war auch wirksam, wenn er einen oder sogar mehrere Tage nach einem Infektionsmoment appliziert wurde. Cladosporium cladosporioides H39 kann nun in komplexeren Spritzfolgen getestet werden, die auf die Bekämpfung des Gesamtkomplexes von Krankheitserregern und Schädlingen im Apfelanbau abzielen.

M3 - Abstract

VL - 447

SP - 328

BT - 59. Deutsche Pflanzenschutztagung "Forschen – Wissen – Pflanzen schützen: Ernährung sichern!" 23. bis 26. September 2014, Freiburg

PB - Julius Kühn-Institut

ER -

Köhl J, Scheer C, Holb IJ, Masny S, Molhoek WML. Anwendung des Antagonisten Cladosporium cladosporioides H39 zur biologischen Bekämpfung von Apfelschorf. In 59. Deutsche Pflanzenschutztagung "Forschen – Wissen – Pflanzen schützen: Ernährung sichern!" 23. bis 26. September 2014, Freiburg. Vol. 447. Julius Kühn-Institut. 2014. p. 328